GSB 7.0 Standardlösung

News aus der Professur für Sport- und Gesundheitssoziologie (Universität Potsdam)

PSA3: Biomarkerstudie – Liefert sie Neuropattern für die Schmerzprävention/Gesundheitsfürsorge?

In der Studie PSA3 wurde bei 120 Probanden über 1 Jahr biologische und psychische Marker der Stressreaktion anhand von Blut-, Urin-, Haar- und Fragebogendaten erhoben. Die Analysen ergaben, dass nur zwei Stressmarker Muster eine Vorhersage der Gesundheitsstörungen „Schmerz, Erschöpfung und Verstimmung“ unterstützen. Eine Neuropattern-Diagnostik könnte folglich personalisierte Therapieempfehlungen für Prävention und Intervention ermöglichen.

Wippert, P.-M., Drießlein, D. &. de Witt Huberts, J. (2015). Prediction of pain due basis of stress parameters. Psychoneuroendocrinology, 61, 38, DOI: 10.1016/j.psyneuen.2015.07.493

Wissenschaftliches Exposé PSA3 (PDF, 393KB, Datei ist nicht barrierefrei) 

PSA16: Gibt es Interventionseffekte zur Reduktion von Schmerz/Stress in den Gehirnarealen?

Menschen mit chronischen Schmerzen und hohem Stress sind in ihrer Merkleistung beeinträchtigt. In der Studie PSA16 erhielten Probanden zeitgleich Kraft-, Gleichgewichtstraining und Denkaufgaben. Durch die Kombination physischer und geistiger Aktivitäten als „Störfaktoren“, verbesserte sich die Denkleistung und verringerte sich das Schmerzempfinden. Das zentrale Nervensystem ist also in der Lage, sich nach Veränderung des Inputs neu zu organisieren. Leistungstests der Exekutivfunktionen zeigen den Erfolg in den Zielgebieten.

Cellini, C., de Witt Huberts, J., Mayer, F. & Wippert, P.-M. (2014). Multimodal treatment of chronic pain and associations to cognitive performance improvement. Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Neurotraumatologie und Klinische Neurorehabilitation e.V. Singen.

Wiebking C., Cellini C., Wippert P.-M. (2016). Reliable structural markers of depressed mood - preliminary findings of a longitudinal MRI study. 22nd Annual Meeting of the Organization for Human Brain Mapping. Genf.

Wissenschaftliches Exposé PSA16 (PDF, 299KB, Datei ist nicht barrierefrei)

PSC5: Sind multimodale Programme in der Schmerztherapie nachhaltig erfolgreich?

In der Studie PSC5 wurden ehemalige Teilnehmer und Therapeuten der Multicenterstudie MSB danach gefragt, wie sie das Programm rückblickend einschätzen. Angeboten wurden Kraft-, Gleichgewichtstraining (unimodal) das mit Denkaufgaben und Entspannungstechniken (multimodal) kombiniert wurde. Das Ergebnis zeigt, dass Patienten das multimodale Programm als sehr abwechslungsreich und hilfreich gegen Rückenschmerz einschätzen. Sowohl Patienten als auch Ärzte und Therapeuten sind sehr zufrieden mit dem Programm. Rund ein Drittel der Studienteilnehmer üben auch noch eineinhalb Jahre nach Studienende zuhause alleine weiter.

Gursch, A.-M., Weiffen, A., Staub, M., Müller, J. & Wippert, P.-M. (2016). Zur Compliance und Machbarkeit des MiSpEx-Interventionsprogramms – Eine qualitative Analyse. Dt. Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Berlin: City Cube.

Staub, M., Puschmann, A.-K. & Wippert, P.-M. (2017). Zur Nachhaltigkeit verschiedener Trainingsprogramme auf depressive Verstimmung und Stress im Rahmen einer Rückenschmerztherapie. Sportwissenschaftlicher Hochschultag. München: Technische Universität.

Weiffen, A., de Witt Huberts, J., Gursch, A.-M., Staub, M., Stoll, M. & Wippert, P.-M. (2016). Who are the long-term adherents? Psychological factors that influence long-term adherence. Dt. Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Berlin: City Cube.

Wissenschaftliches Exposé PSC5 (PDF, 349KB, Datei ist nicht barrierefrei)

PSD10, 1/2:  Zahlreiche Arztbesuche, geplagte Schmerzpatienten! Was hilft wirklich?

Ständiger Schmerz lässt Menschen verzweifeln und wirft sie aus ihren Alltagsanforderungen heraus. In der Studie PS10/1 und 2 wurde getestet, wie Probanden auf zugefügte Schmerzreize reagieren und mit welcher Ablenkung (Rechenaufgaben, koordinative Aufgaben, Gespräche, Konzentration auf den Körper, Musik) sie weniger Schmerz empfinden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ablenkung durch Denk- und Rechenaufgaben sowie durch Gespräche mit anderen Menschen sehr hilfreich sind. Die Konzentration auf Körperaufgaben und auf Musik hingegen ergeben keine wesentliche Schmerzreduktion. Die Kombination von (Kraft)Training und Denkaufgaben ist daher eine gute Möglichkeit, Ängste und Vermeidungsstrategien gegenüber körperlicher Aktivität aufzulösen. In der zweiten Teilstudie der PSD10 wird daher eine solche Therapieform gegenüber der Standardtherapie an Schmerzpatienten getestet.

De Witt Huberts, J. (2017). MiSpEx-Studie PSD 10: Wirkung von Ablenkung auf Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung. Fortbildungskolloquium der Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik an der Charité (CBF). Berlin: Universitätsmedizin Charité.

Wissenschaftliches Exposé PSD10 (PDF, 344KB, Datei ist nicht barrierefrei)

ZSA: Screening zur Risikostratifizierung: Ist das die Methode, „die Nadel im Heuhaufen zu finden“?

In der groß angelegten MiSpEx-Studie wurden über 1000 Menschen in 4 Studienzentren über 2 Jahre hinweg begleitet. Dabei wurde danach gefragt, ob nach Akutschmerzereignissen, sogenannte yellow flags, wie kritische Lebensumstände, psychisches Befinden (z.B. Motivation, Ängste oder Depressionen, negativer Stress) Einfluss auf die Entstehung von chronischen Rückenschmerzen haben. Warum ist das interessant? Ärzte und Physiotherapeuten brauchen zum Erkennen nichtklinischer Faktoren (yellow flags) und zur Auswahl optimaler Behandlungsstrategien Diagnostika. Anhand gewonnener Daten aus der Multicenterstudie ZSA wurde ein Screening-Test entwickelt (RSI), der bei geringem Zeitaufwand in der Praxis erkennen lässt, ob nicht-klinische Risikofaktoren vorliegen. Ein zweiter Test (RPI-S) differenziert das Risikoprofil des Patienten und ermöglicht die rasche Auswahl einer passenden Therapieform. So ist es Ärzten möglich, frühzeitig und individuell auf die Bedürfnisse eines jeden Patienten einzugehen. Mittlerweile gibt es auch Testversionen für Athleten.

Wippert, P.-M., Puschmann, A.-K., Drießlein, D., Arampatzis, A., Banzer, W., Beck, H., Schiltenwolf, M., Schmidt, H., Schneider, C.; Mayer, F. (2017.). Development of a Risk Stratification Index and a Risk Prevention Index for chronic low back pain in primary care. Focus: yellow flags (MiSpEx Network). PAIN Reports. [pub ahead].

Drießlein, D., Küchenhoff, H., Tutz, G. & Wippert, P.-M. (2017). Variable Selection and Inference in a follow-up Study on Back Pain. Technical Report, No 206, Department of Statistics University of Munich https://epub.ub.uni-muenchen.de.

Wippert, P.-M. (2017). Prävention von Rückenschmerzen: Risikostratifizierung psychosozialer Faktoren zur personalisierten Trainingstherapie bei Athleten (MiSpEx). Sportwissenschaftlicher Hochschultag. München: Technische Universität.

 

MSB: Welche Behandlungsstrategie wirkt bei erkennbaren Risikobereichen am besten?

Therapeuten fragen sich immer wieder, weshalb das gleiche Training bei Patienten unterschiedlich wirkt. Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass unter bestimmten Voraussetzungen Therapiekombinationen (physisches Training und Verhaltenstraining) erfolgreicher sind als Einzeltherapieformen. In der Interventionsstudie (MSB) wurden zwei Therapieformen (ein uni- und ein multimodales) in ihrer Wirksamkeit gegen Rückenschmerzen verglichen. Tatsächlich war das rein körperliche Programm weniger wirksam, wenn Patienten in einem Risikoprofil sehr stark betroffen waren (z.B. sehr gestresste Menschen). Für die Praxis bedeutet das, dass bei bestimmten Patientengruppen die kombinierte Therapie wirksamer und länger anhaltend sein kann. Ärzte sollen in Zukunft dazu angeregt werden, bei Vorliegen bestimmter Risikoprofile ein darauf abgestimmtes und kombiniertes Training zu empfehlen. Um Ärzte zu unterstützen, können sie den Test (RPI-S) benutzen, der dafür in der 1. großen Mispex-Studie ZSA entwickelt wurde.

De Witt Huberts, J., Puschmann, A., Schiltenwolf, M., Schneider, C. & Wippert, P.-M. (2016). Untersuchung einer neuen, praktisch umsetzbaren und synergistischen multimodalen Intervention für die Behandlung chronischer Rückenschmerzen. Deutscher Schmerzkongress. Mannheim.

Puschmann, A. K., de Witt Huberts, J., Weiffen, A. & Wippert, P.-M. (2016).  The psychosocial background and findings of the MiSpEx multicenter studies. 34th World Congress of Sports Medicine. Ljubljana. Slovenia.

Wippert, P.-M., Klipker, K., de Witt Huberts, J., Gantz, S, Schiltenwolf, M. & Mayer, F. (2015). Beschreibung und empirische Fundierung des verhaltenstherapeutischen Moduls der MiSpEx Intervention: eine randomisiert kontrollierte Interventionsstudie für chronisch unspezifischen Rückenschmerz, Der Schmerz, 44, DOI: 10.1007/s00482-015-0044-y